Kirchliche Kunst

Der Flensburger Museumsberg besitzt eine ausgezeichnete Sammlung sakraler mittelalterlicher Kunst des Landesteils Schleswig, wobei insbesondere die Holzskulpturen von Bedeutung sind. Für den Museumsgründer Heinrich Sauermann (1842-1904), der auch für die Restaurierung des berühmten Brüggemann-Altars im Dom zu Schleswig verantwortlich war, dienten die ursprünglich farbig gefassten, aber nun holzsichtigen Skulpturen als Anschauungsmaterial für die von ihm geleitete Fachschule für Bildschnitzer.

Zu den herausragenden Werken der Schleswiger Skulptur des 13. Jahrhunderts zählt die "Thronende Muttergottes" aus der Dorfkirche von Viöl in der Nähe von Husum. Dargestellt ist Maria als Königin des Himmels. Die zu den größten Schleswiger Sitzmadonnen des 13. Jahrhunderts zählende Skulptur stammt aus der Hand eines Meisters, der Kenntnisse der nordfranzösischen Bildhauerkunst der Hochgotik besessen hat.

Ein besonders kostbares Ausstellungsstück aus der Zeit der Spätgotik ist der reich bemalte und mit prächtigem Schnitzwerk geschmückte Marienaltar. Er wurde 1517, wenige Jahre vor der Reformation in den Herzogtümern, hergestellt und stammt aus der Pfarrkirche in Hütten bei Eckernförde. Die geschnitzten Innenseiten des fünfteiligen Altarschreins zeigen Maria in der Strahlenglorie, umgeben von den 12 Aposteln. Auf den gemalten Außenseiten hat ein niederrheinischer Meister die Verkündigung an Maria dargestellt. Unter den liturgischen Geräten ist ein Aquamanile in Form eines Hundes besonders bemerkenswert, das um 1400 in einer Nürnberger Werkstatt entstand.