Möbelsammlung

Hamburger Schapp - 1423
Hamburger Schapp - 1423

Herausragender Schwerpunkt des Museumsberges Flensburg ist die Möbelsammlung, die der Flensburger Möbelfabrikant und Museumsdirektor Heinrich Sauermann (1842-1904) zusammengetragen hat. Mit über 900 Stücken gehört sie zu den umfangreichsten ihrer Art in Deutschland. Unter kunstgewerblichen Gesichtspunkten hat Sauermann mit sicherem Qualitätsgefühl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Sammlung historischer Schleswiger Möbel und geschnitzter Möbelteile vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert aufgebaut. Mit ihr verfolgte er vor allem ein pädagogisches Ziel: Die Möbel sollten stilbildend auf seine Gesellen und Lehrlinge wirken, da das Handwerk im Zuge der Industrialisierung im Niedergang begriffen war.

Schreibschrank Rokoko
Schreibschrank Rokoko

Sauermanns private Sammlung ging 1876 als Grundstock für ein Gewerbemuseum in städtischen Besitz über. 1903 konnte das neu gebaute Museumsgebäude - seit 1997 Heinrich-Sauermann-Haus genannt - auf dem Museumsberg bezogen werden. Die Möbelsammlung bildet einen chronologisch aufgebauten Rundgang durch die Kunst- und Kulturgeschichte des Möbels von der Gotik bis zum Klassizismus. Den Auftakt bilden sehr seltene mittelalterliche wandfeste Schränke mit kostbaren Schnitzarbeiten und nur in Norddeutschland bekannte "Schenkschieven" mit ihren herunterklappbaren Anrichten.

Vertreten sind außerdem holländische Möbel, die auf die intensiven Handelsbeziehungen Schleswig-Holsteins mit den Niederlanden hindeuten. Reich verzierte Truhen und großbürgerliche "Schapps" künden vom Wohlstand und Anspruch ihrer ehemaligen Besitzer.

Die Sammlung der Möbel ist ergänzt um reichhaltige Objekte der Kunst- und Kulturgeschichte. Das Museum verfügt über umfangreiche Bestände europäischer Porzellanmanufakturen und schleswig-holsteinischer und holländischer Fayencen, außerdem über eine reiche Sammlung aus Glas, Silber und anderen Materialien. Im Hans-Christiansen-Haus setzt sich der Rundgang, beginnend im Klassizismus, bis zur Gegenwart fort. In einzigartiger Weise sind die kostbaren Möbel in die Gemäldegalerie integriert.