Gemäldegalerie

Louis Gurlitt "Norwegischer Wasserfall" 1835
Louis Gurlitt "Norwegischer Wasserfall" 1835

Die Gemäldegalerie des Museumsberges Flensburg ist seit 1997 im Hans-Christiansen-Haus untergebracht. Die direkt neben dem alten Museumsgebäude liegende, 1896 eingeweihte ehemalige Nikolaischule ist heute nach dem international renommierten Jugendstilkünstler Hans Christiansen benannt, der aus Flensburg stammte.

Das Hans-Christiansen-Haus bietet in 20 Sälen einen Überblick über die norddeutsche und schleswig-holsteinische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. In jedem Raum ist ein thematischer Schwerpunkt gesetzt: der Einfluss der Kopenhagener Akademie auf die schleswig-holsteinische Kunst, das Italienerlebnis im 19. Jahrhundert, die Darstellung des nordfriesischen Volkslebens, die künstlerische Entdeckung der Inseln Sylt und Föhr oder die Künstlerkolonie Ekensund an der Flensburger Förde, die um 1900 Freilichtmaler aus allen Teilen des Deutschen Reiches anzog. Zwei Räume sind dem Expressionismus gewidmet, der mit Werken von Emil Nolde, Ernst Barlach und Erich Heckel vertreten ist.

Emil Nolde ist auf besondere Weise mit dem Museumsberg Flensburg verbunden. Als junger Mann erlernte er hier in der Werkstatt Heinrich Sauermanns den Beruf des Bildschnitzers. Aus seiner Zeit als Kunstgewerbelehrer in St. Gallen in den 1890er Jahren stammen 30 sogenannte Bergpostkarten mit humorvoll interpretierten Motiven der Schweizer Bergwelt, die vollständig nur in der Flensburger Sammlung vertreten sind. Aus Noldes umfangreichem malerischen Werk sind zahlreiche Aquarelle und einige Ölgemälde zu sehen, außerdem Landschaftsgemälde von Erich Heckel, der über vier Jahrzehnte in seinem Ferienhaus an der Flensburger Förde verbrachte.

Das Besondere dieser Galerie: In farblich wechselnden Kabinetten treffen die Gemälde auf Möbel aus der Zeit des Klassizismus bis zum Expressionismus und formieren sich zu einer Gesamtschau der jeweiligen Epoche.